Fahrradtour mit Festbeleuchtung: 1. Hamburger Light-Night-Ride

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Norbert Klug und Organisator Jörg Maltzan mit ihren bunt beleuchteten Tandem (Bild: L. Fröhling)

Norbert Klug und Organisator Jörg Maltzan mit ihren bunt beleuchteten Tandem (Bild: L. Fröhling)

„Was ist das denn? Das sieht aber toll aus!“ – Beim Anblick des bunt beleuchteten Tandems, das da im vorweihnachtlichen Shopping-Getümmel vor Karstadt Sport an der Mönckebergstraße steht, bleibt so mancher Passant erstaunt stehen.

Eine Schneemannleuchte am Lenker, eine blinkende Sternen-Lichterkette um den Rahmen herum, in Neonfarben blinkende Lampen in den Speichen und eine weihnachtliche Leuchtinstallation auf dem Gepäckträger – ein Blickfang ist dieses Gefährt allemal.


Mit Schneemannleuchte und Lichterkette allemal ein Blickfang: das geschmückte Tandem (Bild: L. Fröhling)

Mit Schneemannleuchte und Lichterkette allemal ein Blickfang: das geschmückte Tandem (Bild: L. Fröhling)

Der Mann, der das illuminierte Tandem sein eigen nennen darf, ist Jörg Maltzan. Auf seine Initiative ist es zurückzuführen, dass sich trotz des wechselhaften Wetters nach und nach immer mehr Fahrradfreunde mitsamt ihrer farbenfroh beleuchteten Drahtesel am Treffpunkt einfinden: Denn Jörg Maltzan ist der Organisator des ersten Hamburger Light-Night-Ride, einer Spaß-Fahrradtour für jedermann – mit zünftiger Beleuchtung, wie der Name der Veranstaltung es schon vermuten lässt.

Maltzan ist nach eigener Aussage selbst „leidenschaftlicher Fahrradfahrer“ und hat schon häufig beobachtet, dass viele Radler Im Dunkeln ohne oder mit zu wenig Beleuchtung unterwegs sind. Das sei nicht nur gefährlich, sondern schade auch dem Image der Radfahrer. Nach ein paar „schlaflosen Nächten“ sei ihm dann die Idee gekommen, passend zur Adventszeit eine Lichter-Fahrradtour in Hamburg zu organisieren.

In den USA gebe es die sogenannten „Fun Rides“ – Radtouren, bei denen nicht die sportliche Leistung, sondern die gemeinsame Unternehmung im Zentrum steht – schon in mehreren großen Städten, erzählt Maltzan. Und diesen Brauch, sich mit netten Leuten in entspannter Atmosphäre zum Fahrradfahren zu treffen, möchte der 48-Jährige, der hauptberuflich als Redakteur arbeitet, auch nach Hamburg holen. „Der Spaß steht beim Light-Night-Ride ganz klar im Vordergrund“, erklärt er, „gleichzeitig soll mit der Veranstaltung aber auch die Botschaft vermittelt werden, dass ausreichende Beleuchtung beim Fahrradfahren wichtig ist.“

Für ausreichende Beleuchtung ist zumindest unter den Teilnehmern des Light-Night-Ride gesorgt: Bunt blinkend und leuchtend setzt sich der Zug von der Mönckebergstraße aus Richtung Rathausmarkt in Bewegung. Farina M. hat ihr grünes Faltrad mit einer blauen Lichterkette dekoriert, Christian Groß hat verschiedenfarbige LED-Lampen an Lenker und Gepäckträger befestigt. „Die habe ich bei meinen Zwillingen aus dem Spielzimmer mitgenommen“, erzählt er. An seiner Weihnachtsmannmütze blinken außerdem rote Sterne.

Auch für Musik ist gesorgt: Jörg Maltzan hat einen Anhänger mit einem Ghettoblaster an sein Tandem angehängt. Und so fährt die Gruppe nicht nur mit festlicher Beleuchtung, sondern auch mit der passenden Beschallung vorbei an den innenstädtischen Weihnachtsmärkten am Rathausmarkt und am Jungfernstieg.

Zwar sind es nur rund ein Dutzend Radler, die sich zusammengefunden haben, doch der Stimmung tut das keinen Abbruch – denn „auch die Love Parade hat mal klein angefangen“, wie sich alle scherzhaft sagen.

Ganz regelkonform ist die kreative Illuminierung der Fahrräder beim Light-Night-Ride streng genommen wiederum auch nicht: Laut polizeilichen Vorschriften müssen Fahrräder, die mehr als elf Kilogramm wiegen, über eine fest installierte Lichtanlage verfügen, zu der nebst weißem Frontscheinwerfer, rotem Rückscheinwerfer, weißem Front- und rotem Schlussrückstrahler und Pedalreflektoren auch Speichenreflektoren gehören. Ist ein Fahrrad nicht gemäß diesen Regeln mit Leuchten ausgestattet, gilt das als „mangelhafte Beleuchtung“ und wird mit einem Bußgeld von 10 Euro geahndet, erklärt Holger Vehren von der Polizei Hamburg. Dabei sei es streng genommen sogar egal, ob jemand komplett ohne Licht unterwegs sei oder nur ein Reflektor fehle. „Mangelhafte Beleuchtung“ liege aber auch dann vor, wenn über die Vorschriften hinausgehende Lampen am Fahrrad angebracht seien, so Vehren. Schließlich bestehe bei übermäßiger Licht-Ausstattung die Gefahr, dass andere Verkehrsteilnehmer abgelenkt werden.


Zwischenstopp beim "Red Dog" an der Außenalster (Bild: L. Fröhling)

Zwischenstopp beim "Red Dog" an der Außenalster (Bild: L. Fröhling)

„Da wiehert der Amtschimmel“, meint Jörg Maltzan dazu. Blinkende Beleuchtung sei in jedem Fall sicherer als gar keine – darin werde ihm wohl jeder Polizist zustimmen und den Bußgeldzettel gerade bei einer Veranstaltung wie dem Light-Night-Ride stecken lassen.

Von der Innenstadt aus führt die Strecke an der Binnen- und Außenalster entlang bis zum „Red Dog“ an der Krugkoppel. Dort wird ein Zwischenstopp zum Glühweintrinken eingelegt. Über die Maria-Louisen-Straße geht es dann weiter bis zum Stadtpark. Dort ist am Landhaus Walter das Ziel der Tour erreicht – ganz ohne Verwarnungen und Bußgelder.


Fröhliche Teilnehmer des 1. Hamburger Light-Night-Ride am Landhaus Walter (Bild: L. Fröhling)

Fröhliche Teilnehmer des 1. Hamburger Light-Night-Ride am Landhaus Walter (Bild: L. Fröhling)

Spaß hat den Teilnehmern die Fahrt in jedem Fall gemacht: „Das war schon schön mit den Lichtern und der Musik, und auch die nette Gesellschaft hat mir gut gefallen“, meint Karin Brockmann. „Wenn es nochmal so einen Fun Ride gibt, sind wir gern wieder dabei“, so Jochen Rudolf. „Vielleicht kommen dann ja auch ein paar mehr Leute zusammen.“


Lisa Fröhling

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