Hoffnung für Fahrradstation auf dem Campus

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Meister Thorsten Rusche bleibt mit zwei Auszubildenden alleine zurück, nachdem die Ein-Euro-Jobber weg sind (Bilder: K. Schwarz)

Meister Thorsten Rusche bleibt mit zwei Auszubildenden alleine zurück, nachdem die Ein-Euro-Jobber weg sind (Bilder: K. Schwarz)

Der Wegfall vieler Ein-Euro-Jobs in Hamburg ist in der Fahrradstation auf dem Uni-Campus besonders stark zu spüren. Dort waren bisher 20 Mitarbeiter als Ein-Euro-Jobber angestellt. Sie wurden am gestrigen Mittwoch offiziell entlassen. Zurück bleiben noch drei Mitarbeiter, die sich von nun an alleine um die Fahrradstation kümmern müssen. Mittlerweile gibt es aber wieder Hoffnung darauf, dass das Projekt in seiner ursprünglichen Form weitergeführt werden kann. Denn nun kommt Unterstützung aus der Politik.


Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, besuchte die Fahrradstation am Dienstag, um sich einen Eindruck vor Ort zu machen. Begleitet wurde er von Fabian Klabunde, verkehrspolitischer Sprecher der GAL in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, sowie Swantje Böttcher von der Hochschulgruppe Campus Grün. „Ich halte das Projekt für sehr wichtig“, sagt Steffen. „Aus verkehrspolitischer Sicht wäre es sehr schade, wenn es das bald nicht mehr geben würde.“


Die Fahrradstation im Grindel ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Studenten und Bewohner aus dem Quartier. In der Selbsthilfewerkstatt arbeiteten bislang 20 Ein-Euro-Jobber, die Hilfestellung bei kleinen Reparaturen gaben. Viele von ihnen waren zuvor langzeitarbeitslos und erhielten in der Fahrradstation eine neue Chance für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Umgekehrt bekommen Kunden den Service zu einem günstigen Preis.


„Das ist eine sehr gute Sache“, sagt Steffen, „und das sieht man auch an den Nutzerzahlen.“ Etwa eintausend Mal wird die Selbsthilfewerkstatt monatlich in Anspruch genommen. „Die Kürzungen widersprechen den Aussagen des Senats, den Radverkehr langfristig stärken zu wollen“, sagt Steffen. „Da reicht es nicht aus, nur die Radwege auszubauen“. Er habe nun Sorgen, dass es bei der Fahrradstation ein „Sterben auf Raten“ geben wird. Denn weniger Service bewirke auch eine geringere Nutzung.


In der Fahrradwerktstatt arbeiteten 20 Ein-Euro-Jobber

In der Fahrradwerktstatt arbeiteten 20 Ein-Euro-Jobber

Sollte keine Hilfe kommen, wird das Projekt zukünftig nur noch von Meister Thorsten Rusche und zwei Auszubildenden betreut. Fabian Klabunde sieht so keine Chance mehr für die Fahrradstation: „ Wenn es dabei bleibt, wird sie in einem halben Jahr komplett dicht machen. Das ist mit drei Angestellten nicht zu tragen.“ Aus diesem Grund habe die GAL-Bezirksfraktion Eimsbüttel einen Antrag in die Januar-Sitzung der Bezirksversammlung eingebracht, die den Erhalt der Fahrradstation und der dortigen Arbeitsplätze fordert. „Der Senat muss einsehen, dass die Selbsthilfewerkstatt nicht schließen kann“, sagt Fabian Klabunde.


Bei der SPD steht man den „Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“ kritisch gegenüber. „Die Ein-Euro-Jobs haben sich als nicht so erfolgreich erwiesen“, sagt Anne Schum, stellvertretendeFraktionsvorsitzende der SPD-Bezirksversammlung in Eimsbüttel. Dennoch sei die SPD „grundsätzlich auch dafür“, die Fahrradstation zu erhalten. Der eingerichtete Übergangsfonds könne allerdings nur einen Teil der betroffenen Einrichtungen auffangen. Ob die Fahrradstation Ende Januar davon profitieren wird, bleibtoffen. Schum: „Ich glaube, dass das Projekt gute Chancen hat, weil sich viele dafür stark machen.“


Grietje Bergmeyer von der einfal GmbH, die 2004 die Trägerschaft des Projektes übernommen hatte, freut sich über die Unterstützung aus der Politik. „Es wäre schön, wenn es über diesen Weg gelingt. Sicherheit haben wir aber erst, wenn die Gelder bewilligt sind.“


Kim Schwarz

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