Konzept für chinesisches Teehaus fehlt

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Die Zukunft des chinesischen Teehauses ist ungewiss (Bild: B. Fabricius)

Die Zukunft des chinesischen Teehauses ist ungewiss (Bild: B. Fabricius)

Das Yu Garden ist eines der schönsten Symbole der Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg. Mit seinen geschwungenen Pagodendächern, steinernen Drachen, Brücken und Wasserspielen, verkörpert der Nachbau des berühmtesten chinesischen Teehauses Hu Xin Ting chinesische Idylle pur. Doch das erst 2008 als Hamburg-Shanghai-Europa-Tourismuszentrum eröffnete Gebäude steht weitestgehend leer. Im Juni wurde das Restaurant geschlossen, lediglich das Teehaus blieb geöffnet. Der Betreiber, die Shanghai Yu Garden Cooperation, sprach von Renovierung und der Suche nach einem neuen Konzept, allerdings nicht von einer Wiedereröffnung.

Jetzt hüllen sich die Beteiligten immer noch in Schweigen. Eine Mail nach Shanghai blieb unbeantwortet, unter den Telefonnummern des Hamburger Yu Garden war niemand erreichbar. Bei einem Ortsbesuch präsentiert sich das Außengelände ungepflegt, ein Blick durch die Restaurantfenster zeigt: von Renovierungsarbeiten keine Spur, nicht einmal angefangen hat man. Der Eingang zum Restaurant ist verschlossen, das Teehaus jedoch geöffnet. An kleinen Tischen kann man hier Tee trinken, der günstigste liegt knapp unter 10 Euro. Gäste sind nicht anwesend. Aus den hinteren Räumen eilt Mitarbeiter Shou Tian Ming herbei. Auf die Frage, wie es mit dem Yu Garden weitergehe, sagt er lächelnd, aber bestimmt: „China-Chef sagt ,psst'“! Eine weitere Anfrage ein paar Tage später beantwortet er mit den beschwichtigenden Worten, im kommenden Jahr werde das Restaurant sowohl renoviert als auch wiedereröffnet. Begonnen werde mit dem Einbau neuer Fenster.

Das könnte in der Tat dazu beitragen, dass sich Gäste wieder wohlfühlen im Yu Garden, in dem es oft zu kalt war. Doch auch über mangelhaftes Essen und schlechten Service wurde geklagt. „Das Restaurant müsste ein chinesischer Gastronomen aus Hamburg betreiben, der mit dem Markt hier vertraut ist“, sagt Agnes-E. Schöttler, Präsidentin der Hamburger China-Gesellschaft. Ihr Verein ist der einzige, der das Teehaus momentan für kulturelle und politische Veranstaltungen nutzt. „Es wäre schön, wenn wir den Besuchern anschließend wieder einen Restaurantbesuch bieten könnten.“ Über das, was Shanghai mit dem weit entfernten und aus chinesischer Sicht wohl eher unbedeutenden Teehaus tatsächlich vorhat, weiß Schöttler ebenso wenig wie die Kulturbehörde. Auch die verweist nur auf das neue Konzept, das die chinesischen Partner suchten. (fru)

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