Mehr Vielfalt in die Lehrerzimmer

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Teammitglied Moumouni (links) beim gemeinsamen Arbeiten mit den Lehramtsstudenten (Bilder: Schlaufox e.V.)

Teammitglied Moumouni (links) beim gemeinsamen Arbeiten mit den Lehramtsstudenten (Bilder: Schlaufox e.V.)

Über die Hälfte aller Schüler an Hamburgs allgemeinbildenden Schulen hat einen Migrationshintergrund. Anders sieht es bei der Hamburger Lehrerschaft aus: Hier sind es nur etwa zwei Prozent mit ausländischer Herkunft. Immer wieder wird die Forderung nach mehr Heterogenität in den Lehrerzimmern laut – ist man sich doch mittlerweile einig, dass Lehrer mit Migrationshintergrund den schulischen Alltag in vielerlei Hinsicht bereichern.


Der Hamburger Verein SchlauFox e.V. hat nun ein Projekt ins Leben gerufen, das Lehramtsstudierende mit Migrationshintergrund unterstützen soll. Pro SMiLe (Projekt zur Unterstützung von Studierenden mit Migrationshintergrund im Lehramtsstudium) zielt auf eine Verbesserung der Studiensituation ab, indem die Studierenden in verschiedenen Bereichen gefördert und beraten werden. Zum einen geht es um die Vertiefung wissenschaftlicher und sprachlicher Kompetenzen, um die Leistungen im Studium zu erhöhen. Zum anderen erhalten die Studierenden ein persönliches Coaching, bei dem sie Schwierigkeiten im Studium und im Lebensalltag ansprechen können. Neben wissenschaftlichen Mitarbeitern beteiligen sich pensionierte Lehrer ehrenamtlich an dem Projekt und geben ihre langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Schulalltag weiter.


Mit Projektkoordinatorin Jette Heger (2. v. r.) erörtern die Studenten das Konzept der Interkulturalität

Mit Projektkoordinatorin Jette Heger (2. v. r.) erörtern die Studenten das Konzept der Interkulturalität

„Häufig haben die Studierenden Ängste und sind unsicher, was auch auf die Sprachbarrieren zurückzuführen ist“ sagt Projektkoordinatorin Jette Heger. „Deshalb wollen wir Strukturen schaffen und sie in ihrem Lernprozess unterstützen.“ Die jungen Menschen sollen vor allem lernen, ihre Herkunft als Chance zu begreifen. In den Workshops wird daher gemeinsam erörtert, was die eigene Heimat und die Sozialisation für den späteren Lehrberuf bedeuten.

Monika Hykel, 64, war als Lehrerin für die Fächer Chemie und Biologie tätig. Nach ihrer Pensionierung wollte sie sich ehrenamtlich engagieren. Über die Hamburger Freiwilligenbörse eaktivoli.de kam sie schließlich zu Pro SmiLe. „Ich habe das Gefühl, dass die Persönlichkeitsentwicklung im Lehramtsstudium zu kurz kommt“, sagt sie. Das Projekt soll diese Lücke schließen.

Pro SMiLe startete im Mai 2011 und läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren. Es ist das erste Projekt von SchlauFox, das sich an junge Erwachsene richtet, denn der gemeinnützige Verein setzt sich vorrangig für die Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen ein. Pro SMiLe wird unter anderem von der ZEIT-Stiftung gefördert.

Kim Schwarz

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