„Rock your life“: Studenten engagieren sich im Namen der Bildungsgerechtigkeit – Infoabend am 25. Oktober

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Gemeinsam rocken Studenten und Hauptschüler ihr Leben

Gemeinsam rocken Studenten und Hauptschüler ihr Leben

Der Erfolg eines Menschen hängt in Deutschland stark von seinem sozio-ökonomischen Hintergrund ab. Wer studierte Eltern mit einem hohen Einkommen hat, besucht häufig bessere Schulen und hat größere Chancen selber zu studieren, als der Durchschnitt. Für Kinder aus bildungsfernen Milieus bedeutet das im Umkehrschluss, dass ihre Aussichten auf einen guten Job vergleichsweise schlecht sind. Das meint jedenfalls der Verein „Rock your life“.

Um diesen Kreislauf aus geringer Bildung der Eltern, schlechter Wohngegend und daraus resultierenden miesen Schulnoten zu durchbrechen, engagieren sich Studenten – auch aus Hamburg – für Hauptschüler, schreibt der Verein in seinem Programm. Im Verein „Rock your life“ organisieren sich seit gut einem Jahr sogenannte „Coaches“, die jeweils einen Hauptschüler durch die letzten beiden Jahre seiner Schulzeit begleiten.

Dabei geht es den Initatioren aber nicht in erster Linie um bessere Zensuren. „Es gibt bei uns kein Leistungsprinzip“, sagt die Vorstandsvorsitzende Sonja Christine Winter. „Einen Hauptschulabschluss zu machen, ist absolut okay.“ Die Idee hinter „Rock your life“ sei vor allem ein gegenseitiges Kennenlernen zwischen Hauptschülern und Studenten. Konkret gehe es bei den wöchentlichen Treffen darum, mal ins Kino zu gehen oder eine Bewerbung zu schreiben. Es geht aber vor allem darum aktiv zu werden, sagt die Vorstandsvorsitzende. Neben der Hilfe im täglichen Leben werde auch am Aufbau eines bundesweiten Netzwerks von Unternehmen gearbeitet, das den Schulabgängern den Einstieg ins Berufsleben erleichtern soll. Hier sei aber noch Luft nach oben, sagt Sonja Christine Winter.

Aber nicht nur die Schüler sollen mit Hilfe der Coaches über ihre Ziele und Stärken nachdenken und soziale Kompetenzen erwerben. Auch die Studenten selbst haben etwas von ihrem Engagement: Sie nehmen an Coaching-Seminaren teil und bekommen auch ein Abschlusszertifikat. Darüber hinaus erwerben sie, genauso wie die Schüler, Sozialkompetenzen und bekommen einen neuen Blickwinkel auf die Gesellschaft. Das kann ihnen auch im späteren Job helfen.

Rund 20 Schüler-Studenten-Tandems gibt es zurzeit. Jetzt sucht der Verein nach neuen, motivierten Mitgliedern, die Anfang 2011 mit dem Coaching eines Hamburger Schülers beginnen oder sich im Vereinsteam einbringen wollen.

Wer sich für so ein Engagement interessiert, sollte am Dienstag, den 25. Oktober, zum Infoabend kommen. Man trifft sich um 19 Uhr in der Uni Hamburg, Von-Melle-Park 6, Phil-Turm im Raum 570.


Johannes Eichler

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