Ich wollte ein bisschen mehr über diesen Wettbewerb und die Designerin erfahren. Aus diesem Grund habe ich mich mit Julia Starp in ihrem Atelier getroffen. Als erstes wollte ich natürlich wissen, wie die Hamburger Modemacherin überhaupt dazu gekommen ist, nachhaltige Mode zu designen.
„Mein ganzer Werdegang hat mich in diese Richtung geführt. Ich habe an der JAK Modeschule in Hamburg Modedesign studiert und danach zwei Jahre lang in einer Behindertenwerkstatt gearbeitet, wo die Menschen die Stoffe selbst hergestellt haben“, erzählt Starp.
Diese Zeit war prägend und die Modedesignerin begann sich damit zu beschäftigen, woher die Stoffe kommen. „Damals gab es noch nicht viel Auswahl an verschiedenen Stoffen aus nachhaltiger Produktion. Es gab meist nur T-Shirts, und die waren nicht besonders schön“, erinnert sich die Designerin.
Julia Starp hat sich vor zwei Jahren mit ihrem eigenen Label selbständig gemacht. Hier verwendet sie überwiegend Stoffe aus nachhaltiger Produktion. Sie ist der Meinung, dass „Bio auch schön sein kann. Obwohl es früher sehr klassisch war, habe ich inzwischen mehr Stoffe integriert. Ich arbeite zu 80 bis 90 Prozent mit nachhaltigen Stoffen, wie zum Beispiel organischer Baumwolle oder Seide. Die Auswahl an Materialien ist mittlerweile besser und größer, alle Farben sind allerdings immer noch nicht dabei.“
Genau diese begrenzte Auswahl an Stoffen und Farben macht die Arbeit etwas schwieriger. „Ich bin auf das angewiesen, was da ist. Damit was hinzukriegen, ist oft eine Herausforderung, die aber auch Spaß macht“, erklärt Julia Starp.
Ich hatte gelesen, dass die Modedesignerin vor kurzem den „Success for Future Award“ in der Kategorie Ecotainment gewonnen hat, welcher in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wurde. Deshalb wollte ich von ihr wissen, was die Auszeichnung für sie bedeutet.
Sie erklärte mir, dass der Preis vor allem eine Bestätigung dafür sei, dass ihr eingeschlagener Weg richtig sei. „Mein Weg ist hart, aber ich glaube, das ist immer so, wenn man selbständig ist“, sagt die Designerin. Der Preis bringt natürlich auch Interesse und Aufmerksamkeit mit sich, von der Presse, aber auch seitens der Kunden.
Beim Schüler-Design-Wettbewerb, der auf Initiative des unabhängigen Umweltportals www.umwelthauptstadt.de entstanden ist, wirkt die Hamburger Designerin neben anderen Partnern des Wettbewerbs wie Bios, l’Ànima agents, Birte Glang und Fairliebt mit.
Julia Starp hat zusammen mit dem Label Fairliebt das T-Shirt kreiert, für welches alle Hamburger Schüler und Schülerinnen nun ein Motiv gestalten können.
Drahtzieherin für die Zusammenarbeit von Fairliebt, Julia Starp und dem finanziellen Unterstützer Bios ist die Managerin Marina Rudolph, die die Partnerschaft der Firmen gesteuert hat. „Dieser Wettbewerb ist ein schöner Anlass, der in Hamburg stattfindet. Die Zusammenarbeit dazu entstand aus logisch ineinander übergreifenden Partnerschaften“, so Marina Rudolph. Die Managerin sagt, dass die Branche eben noch sehr klein sei, und gerade in Hamburg kenne man sich deshalb untereinander.
Umwelthauptstadt T-Shirt Design-Wettbewerb
Bis zum 13. Mai haben alle Schüler noch Zeit, ein kreatives Motiv für das T-Shirt zum Umwelthauptstadtjahr zu gestalten. Das Gewinnermotiv wird auf der Nachhaltigkeitsmesse „goodgoods“ am 27. Mai bekannt gegeben. Das T-Shirt wird dann erst einmal in einer Auflage von 500 Stück gedruckt.
Bei großer Nachfrage wird es nachproduziert. Vom Erlös der verkauften T-Shirts fließen 10 Prozent in die Klassenkasse des Gewinners. Dieser Gewinn soll dann nachhaltig verwendet werden, wie zum Beispiel für eine Klassenfahrt auf einen Bio-Bauernhof oder ein nachhaltig orientiertes Picknick. Außerdem stellt der Erfrischungsgetränkehersteller Bios der Gewinnerklasse einen Tag lang so viele ihrer zuckerfreien Bios-Getränke zur Verfügung, wie die Schüler trinken mögen.
Schüler, die gerne am Wettbewerb teilnehmen möchten, schicken einen Entwurf für das T-Shirt-Design an die Firma Umwelthauptstadt.de. Bitte unbedingt Name, Schule, Alter, Klassenstufe und eine Kontaktmöglichkeit mit angeben. Dies kann per Post, aber auch online auf der Webseite www.umwelthauptstadt.de gemacht werden.
Umwelthauptstadt.de
Margaretenstraße 76a
20357 Hamburg
Designerin Julia Starp verrät noch ein paar gute Tipps für die Teilnahme: „Das Motiv soll natürlich etwas mit Hamburg zu tun haben! Aber es soll schon etwas kreativer sein, als nur das Wahrzeichen, den Michel, zu zeichnen. In einem Bild können auch mehrere Botschaften versteckt werden.“
Managerin Marina Rudolph findet es vor allem spannend zu sehen, wenn Kinder ihre Wünsche und Gedanken offenbaren. Das Motiv darf auch ohne Probleme sehr groß sein, denn das T-Shirt ist lang genug.
Abschließend wollte ich von Julia Starp noch wissen, was denn ihre persönlichen Erwartungen oder Wünsche an die Umwelthauptstadt Hamburg sind. „Da Hamburg ja eine Kulturstadt ist, wünschte ich mir, und natürlich allen Künstlern und Designern in Hamburg mehr Unterstützung“, erklärte Starp. Vor allem im Bereich nachhaltiger Produktion erhofft sich die Modedesignerin langfristige Unterstützung. „Es ist schade, wenn alle nach Berlin gehen, weil sie dort mehr Förderung und Unterstützung erhalten als hier“, ergänzt die Designerin. Mit Förderung meint Julia Starp nicht unbedingt nur finanzielle Hilfe. Mehr Präsentationsflächen für Ausstellungen wären schon schön. So könnte das Interesse der Bevölkerung auch stärker geweckt werden. „Die Räumlichkeiten dazu wären ja da“, meint Starp.
Die Modedesignerin Julia Starp bietet ihre nachhaltigen Kleider nur in ausgewählten Boutiquen an, unter anderem bei „Stoffsüchtig“, Rothenbaumchaussee 83.
Stephanie Seliner




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