Frage der Woche (34): Was findest du „cool“ in deinem Viertel? Und was eher „uncool“?

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Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diese Woche erzählen sie, was in ihrem Quartier das Prädikat „cool“ verdient – und was ihrer Meinung nach eher in die Rubrik „uncool“ fällt. Eure Meinung ist gefragt!

Stadtteilreporter Philipp Scholz:

Für dieses Bild war kein langer Vorlauf nötig: Dauerthema Verkehrsbelastung im Grindelviertel (Bild: P. Scholz)

Für dieses Bild war kein langer Vorlauf nötig: Dauerthema Verkehrsbelastung im Grindelviertel (Bild: P. Scholz)

Anfahrende Busse, unter dem Heulen ihres Getriebes vorbeirauschende LKWs, auf Unebenheiten scheppernde Ladeflächen, akustische Fußgängerampeln, Sirenen von Einsatzfahrzeugen, verboten laute Motorräder, aggressives Hupen – ganz normalen Durchgangsverkehr nimmt der Grindel-Bewohner da fast schon als Wohltat hin.

Es ist ganz klar: Das Uncoolste am Grindelviertel sind sein Verkehrsaufkommen und dessen Nebeneffekte.

Straßenüberquerungen arten in Stress aus, Gespräche vertagt man mittels Handzeichen auf das nächste Café mit schließender Tür oder Hinterstraßenlage. Und Anwohner mit straßengängigen Fenstern wünschen sich in warmen Nächten eine strikte Verkehrsberuhigung in den Morgenstunden, um endlich mal geruhsam bei offenem Fenster zu schlafen.

Das Grindelviertel ist ein Opfer seiner guten Lage, deretwegen hier ja nun mal zwangsläufig einige wesentliche Verkehrswege entlangführen. Und am Dammtor befindet sich eh ein furchtbarer Knotenpunkt, ein Nadelöhr für alle kreuzenden Verkehrsführungen – mit Rückstauungen durch den ganzen Stadtteil.
Dabei strahlt der Stress der Kraftfahrer auf die an den Rand gedrängten Radfahrer und Fußgänger ab, die sich regelmäßig auf ihren kaum gekennzeichneten Wegen in die Quere kommen. Diese Umstände nerven ganz gewaltig – und bekommen daher meinen ganz persönlichen Uncool-Award für ihr Gemeinschaftswerk.

Wie gut, dass eine ganze Reihe von hiesigen Perlen das Augenmerk wieder auf das Wesentliche lenkt: Den daneben unumstößlich bestehenden Charme dieses Quartiers.


Die Plattenrille ist berühmt in ihrem Metier – und im Grindelviertel zu Hause (Bild: P. Scholz)

Die Plattenrille ist berühmt in ihrem Metier – und im Grindelviertel zu Hause (Bild: P. Scholz)

Um die Aufzählung beispielhaft und überschaubar zu machen, nenne ich einfach mal zwei Beispiele für originelle Locations im Viertel, die überraschen und die gegebene Vielfalt gut belegen. Das eine ist ein Urgestein und eine Instanz und wurde schon als Nummer eins seiner Art in Deutschland ausgewiesen. Erst kürzlich fragten mich ein paar österreichische Touristen nach dem Weg: Zur Plattenrille, DEM Musikgeschäft mit beachtlicher Gebrauchtauswahl, ganz klischeegerecht im Hinterhof verortet.


Neues Konzept im Grindelhof – Streetwear gibt’s bei MAINE (Bild: P. Scholz)

Neues Konzept im Grindelhof – Streetwear gibt’s bei MAINE (Bild: P. Scholz)

Demgegenüber stelle ich mal das junge Geschäft MAINE (MAINE IS THE NEW BLACK), dass ca. 200 Meter weiter im Grindelhof auf die Plattenrille folgt.

Hier wird Streetwear angeboten, und ein fetter Schwerpunkt liegt auf der Offerte außergewöhnlicher Sneakers.

Mit der Stadtteilwahl ist die Eröffnung in diesem Sommer auch als Statement zum Potential des Grindelviertels zu verstehen. Da kann man nur noch auf eine angemessene Würdigung durch Zulauf und Interesse hoffen.

Die originellen, für gewöhnlich besonders freundlichen und beschaulichen Geschäfte und Gaststätten sind definitiv der coole Gegenpart zum Verkehrsaufkommen!

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