Frage der Woche (37): Morgens halb zehn im Grindel – was passiert da in Eurem Quartier?

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Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diesmal erzählen sie, wie es morgens um halb zehn in ihrem Quartier aussieht. Was für Leute sind da unterwegs und was tun sie typischerweise? Wo ist das Viertel noch ein bisschen verschlafen, wo herrscht schon geschäftiges Treiben? Hier stellen unsere Stadtteilreporter stellen einen ganz normalen Morgen in ihrem Quartier vor.

Stadtteilreporter Philipp Scholz:

Schon morgens ist das Grindelviertel voller Leben – nicht zuletzt wegen der vielen Studenten (Bilder: P. Schmidt)

Schon morgens ist das Grindelviertel voller Leben – nicht zuletzt wegen der vielen Studenten (Bilder: P. Schmidt)

Morgens um halb zehn im Grindelviertel. Oder, wie der Einwohner reimt: Morgenstund’ kennt Grindelgrund. Denn frühe Betriebsamkeit liegt in der Natur dieses Quartiers. Natürlich ist allen voran die Uni Ziel der unzähligen Passanten und Anlass für ihr frühes Treiben.

Und wohl kaum ein anderes Viertel ist so beispielhaft dafür, wie sehr Lebensmittel zum Mitnehmen, vielerorts „to go“ getauft, Teil unserer Gesellschaft geworden sind.

Für viele beginnt nämlich der Tag im Grindelviertel mit dem Aufsuchen einer der weit gestreuten Bäckereien oder eines der zahlreichen Cafés, wo man sich mit Franz-, belegtem oder Schokobrötchen sowie den üblichen Heißgetränken ausstattet.

Promoter bauen hier und da sich und ihre Stände auf, während andere noch die Zeit haben, sich (möglichst im Freien) gemütlich niederzulassen, die Zeitung zu lesen oder mit Gleichgesinnten zu palavern.

Zurzeit erregen wieder an Flashmobs gemahnende Aufläufe von Erstsemestern, die ihren Tutoren im blinden Vertrauen auf noch fremden Wegen folgen, Aufsehen. Diese Art von Aufsehen beruht aber nicht auf Überraschung, sondern ist dem Moment geschuldet, in dem das ganze Viertel die Semestersstopuhr wieder auf null zurück dreht. Huch! Da geht es schon wieder los.

Aber auch Handwerker, Dienstleister und Verkäufer schließen ihre Läden auf und empfangen erste Kunden.

Im Minutentakt karren Busse ganze Kohorten von Menschen heran, die das Viertel von nun an bis in die Abendstunden bevölkern.

Und so verliert sich die Romantik der ersten Morgenstunden, in denen man blinzelnd durch die noch halbhellen Straßen schlich, schon lange vor der Mittagszeit in der Lebendigkeit, die das Viertel tagsüber so ausmacht. Also ab ans Tageswerk! Schließlich freut man sich schon wieder auf halb zehn – abends.

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