Frage der Woche (40): Zeitumstellung – Wie nutzt Du die „geschenkte Stunde“ in Deinem Quartier?

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Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diese Woche geht es um die Zeitumstellung. Heute Nacht beginnt die Winterzeit, die Uhr wird um eine Stunde zurückgestellt. Für die einen ist das ein guter Grund für eine ausgedehnte Partynacht, andere freuen sich über eine Stunde mehr Schlaf. Wie nutzen die Stadtteilreporter in den Quartieren die zusätzliche Stunde?

Stadtteilreporter Philipp Scholz:

Beleuchtungsfahrt, ab jetzt wieder eine Stunde früher. Vom früheren Sonnenaufgang profitieren die Wenigsten (Bild: P. Scholz)

Beleuchtungsfahrt, ab jetzt wieder eine Stunde früher. Vom früheren Sonnenaufgang profitieren die Wenigsten (Bild: P. Scholz)

Klack! Da ist es wieder passiert. Überall springen die Uhren um Punkt 3 Uhr morgens auf 2 Uhr zurück. Und die „gewonnene“ Stunde ist sogleich auch wieder in aller Munde. Wie schön das doch sei, eine Stunde länger zu schlafen.

So richtig mitbekommen habe ich davon nichts, denn nur noch wenige Uhren müssen manuell zurückgestellt werden. Und mein Schlaf – nun, der richtet sich mehr nach den zwei Faktoren Bedarf und Möglichkeit als nach festen Uhrzeiten. Die Selbstbestimmtheit hat hierbei einen größeren Einfluss als die Zeiger der Uhr.

Gegen Abend, wenn es plötzlich eine Stunde früher dunkel wird und ein jeder für die Uhrzeit schon erheblich müder ist als gewohnt, da wird mir dann die Zeitumstellung erst bewusst.
Denn hinten dran haben wir die Stunde ja nicht gewonnen, sondern eher „verloren“. Das heißt de facto, dass sich die Gelegenheiten, Anteil am Tageslicht zu haben, reduziert haben, tendenziell mehr Autofahrten zu Beleuchtungsfahrten mit müderen Fahrern werden und die fleißigen Studenten und Angestellten in den Universitätsbibliotheken teilweise bis gefühlt 1 Uhr nachts werkeln.

Und warum nehmen wir das auf uns? Großenteils, weil die große Ölkrise in den 70ern die europäischen Staatslenker auf die Idee brachte, die Sommerzeit wieder einzuführen, um die Energieaufwendungen beim Heizen durch Anpassung der Tageszeitregelung zu reduzieren. Ein Anlass, der meines Erachtens aufgrund der mittlerweile latent anliegenden „Energiekrise“ und dem dadurch erhöhten Bewusstsein in der Bevölkerung zunehmend an Tragkraft verliert.
Worin mag heutzutage noch hinreichend Anlass für die zweimalige Umstellung im Jahr liegen? Welche Vorteile lassen sich dadurch gewinnen, die nicht genauso gut – oder besser – durch andere Maßnahmen erreicht werden könnten?

Möglicherweise ließen sich durch den Wegfall der Zeitumstellung zwei bis vier Wochen pro Jahr gewinnen, in denen nicht weite Teile der Bevölkerung biorythmisch irritiert ihrem Alltag nachkommen müssen.
Sommerzeitregelung – das ganze Jahr über. Das wäre was. Es scheint nur niemand ernsthaft gewillt, die Zeitumstellung mal zeitgemäß zu reflektieren. Vielleicht, weil kein Effekt der Verbesserung fühlbar wäre, sondern nur ein Ausbleiben der Verschlechterung.

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