Frage der Woche (41): November-Blues – Was kann man in Deinem Quartier dagegen unternehmen?

{lang: 'de'}

Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diese Woche geht es um den dunklen Monat November. Wenn die Tage kurz sind und die Sonne sich kaum sehen lässt, kann es schon mal sein, dass der Laune-Pegel sinkt. Welche Freizeitaktivitäten in ihren Quartieren schlagen die Stadtteilreporter für gute Stimmung an trüben Novembertagen vor?

Stadtteilreporter Philipp Scholz:

So herrlich sieht's derzeit in Planten un Bloomen aus (Bild: P. Scholz)

So herrlich sieht's derzeit in Planten un Bloomen aus (Bild: P. Scholz)

November-Blues – was ist das eigentlich?

Eine Frage, die zunächst unbedingt zu klären wäre. Denn wohl kaum jemand, der ehrlich zu sich selbst ist, kann leugnen, nicht zumindest ein wenig davon betroffen zu sein.

Und warum spricht man nicht vom Oktober-Blues?

Nun, traditionell endet die Sommerzeit, wie wir ja gerade alle wieder erlebt haben, in der Nacht zum letzten Sonntag des Oktobers. Das heißt, der November beginnt schon mal mit einer biorhythmischen Umstellung.

Sollen wir uns den November-Blues bildlich vorstellen, so kommen einem düstere, nasskalte Tage in den Sinn. Straßenlaternen, die Lichtkegel in nächtlichen Nebel projizieren, und das erste Mal seit Monaten geht einem die Vokabel „klamm“ durch den Kopf. Blues hingegen lässt einen an den Menschen an sich, ohne Amt und Würden, betroffen durch seine Empfindungen, denken. Aber auch daran, wie er sie ausdrückt, sich ihnen ergibt und sie fließen lässt.

Nun ist aber gerade ein Mittel gegen diesen Blues gesucht. Klar könnte man sich ihm beugen, sich seinetwegen in der überheizten Wohnung oder in Kinosälen verstecken. Glücklich, wer einen Ofen oder Kamin hat. Oder auch die menschliche Nähe und Wärme suchen. Und ja! – das hilft, macht zeitweise wieder glücklich und zufriedener.

Aber nur in der Annahme, dass alles außerhalb des wohligen Refugiums furchtbar und abspenstig ist. Also nochmal: Was ist das eigentlich, der ach so erdrückende November-Blues? Zum einen sicherlich die biorhythmische Umstellung oder auch das Ankommen in der dunklen Jahreszeit. Man hat das Gefühl, es sei vorbei mit der Sonne und der Farbe des noch nicht ganz vergessenen, goldenen Spätsommers und des Hochsommers vor ihm und des pulsierenden Frühlings noch davor. Licht, Farbe und Temperaturen im deutlichen Plusbereich, sowie die damit einhergehende Leichtigkeit des Seins sind es, die wir vermissen.

Aber wurde nicht dieses Jahr permanent gegen den Sommer gewettert? Gibt es nicht gegenwärtig mehr als genug milde Tage? Und ist es nicht ein bezauberndes Lichtspiel, wenn die Sonne (ja, sie ist noch da!) einem morgens auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder Universität ihre Strahlen auf malerische Weise durch den Frühnebel entgegen sendet?

Das einzige, was gegen den November-Blues hilft, ist meiner Meinung nach die Einsicht, dass wir alle wehleidig sind. Und dass alle trüben Tage nur dazu da sind, die garantiert eintretenden schöneren unter ihnen umso mehr zu genießen. Das ist es, was wir tun sollten. Für einen wertvollen Moment des Genießens und Auftankens alles Verschiebbare verschieben und ganz bewusst regenerieren.

Lichttherapie hilft, wird sogar von der Krankenkasse übernommen, wenn sie beim Arzt unter Zuhilfenahme von Hochleistungsröhren verabreicht wird. Dabei hilft es dem Wohlbefinden schon ungemein, bei Gelegenheit einfach mal ein wenig spazieren zu gehen. Der Einfall von Sonnenlicht setzt stimmungsaufhellende Botenstoffe im Gehirn frei. Und auf der Hautfläche einfallendes Sonnenlicht ist Gift für etwaige Bakterien im Organismus.

Es gibt also viele Strategien, mit dem Blues zu leben, aber nur eine wirklich gute gegen ihn: Seien Sie draußen, wann immer sich die Chance bietet. Vergegenwärtigen Sie sich, dass diese Jahreszeit gar nicht immer so fürchterlich ist. Ziehen Sie sich angemessen an – und die gesunkenen Temperaturen werden nebensächlich. Und jetzt noch ganz explizit für die Grindelviertelbewohner: Wir sind gesegnet durch die Nähe von Planten un Bloomen und dem Alsterufer! Dieser Sonnabend soll vom Wetter her recht ansprechend werden.


Blättermeer im Moorweidenpark (Bild: K. Schwarz)

Blättermeer im Moorweidenpark (Bild: K. Schwarz)

Stadtteilreporterin Kim Schwarz:

Der November hat durchaus auch seine schönen Seiten. In den letzten zwei Wochen konnte man dabei zuschauen, wie sich die Blätter der Bäume rot färbten und nun abfallen. Sicherlich nicht nur im Grindel sind Straßen, Wege und Parks jetzt bedeckt mit einem farbenfrohen Blätterteppich, der so herrlich raschelt, wenn man hindurchläuft.


Der November hat auch schöne Seiten (Bild: K. Schwarz)

Der November hat auch schöne Seiten (Bild: K. Schwarz)

Besonders im Moorweidenpark kann man dieses Naturschauspiel genießen und dabei die Gedanken schweifen lassen, im besten Falle noch Kastanien sammeln. Der Herbst muss also nicht unbedingt trüb sein, man kann ihn auch in vollen Zügen genießen.

{lang: 'de'}
Be Sociable, Share!
Dieser Beitrag wurde unter Frage der Woche veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.